Der wilde Sardische Westen mit seinen wunderbaren Landschaften

Viele Einheimische machen hier Urlaub. Die Westküste ist spannend vom Norden bis in den Süden! Beginnen wir mit dem nördlich gelegenen Alghero, das immer ein lohnender Tagesausflug ist und eine der schönsten Städte Sardiniens. Dem folgt Bosa weitere 50 Kilometer südlich. Ein ruhiges schönes Dorf, oder Kleinstadt mit dem Fluss Temo.
Die Küstenstraße von Alghero nach Bosa ist eine der schönsten auf der Insel! Sie schlängelt sich zwischen Alghero und Bosas Küsten die Hügel entlang durch unbewohntes Gebiet. Mit etwas Glück sieht man die majestätischen Gänsegeier kreisen. Die Schönheit von Landschaft, Felsformationen gepaart mit dem unendlich weiten Blick übers Meer – überwältigend!

 

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Trotzdem oder gerade deswegen ist der Westen spannend.

Es gibt an der Westküste sehr schöne Strände und auch sehr schöne Landschaften. Sehr spät vom Tourismus entdeckt, auch weil die Westküste sehr wild sein kann. Strände, die nicht nach Nordwesten geschützt sind, bekommen Maestrale und Ponente ab. Zwei Winde, die heftig werden können. Das Baden ist also windabhängig, zudem mit Vorsicht und Umsicht zu betreiben, da bei hohem Wellengang dort auch Unterströmungen vorkommen.

Dann geht’s wieder 50km weiter gen Sinis-Halbinsel

Sie punktet mit Salzseen, Flamingos und Western Drehort für Spaghetti-Western, mit der Verwaltungsstadt Oristano  dazu mit viel Landwirtschaft angrenzend. Von hier tolle Ausflüge ins Inland z.B. zur Giara die Gesturi mit Wildpferden. Oder an der Südwestküste Buggeru mit den Bergbauschächten (Besichtigen möglich). Zum Teil auch vom Meer aus Bergbautore in den Felsen zu sehen. Dann weiter die Costa Verde entlang mit wildem Dünenstrand, viele in die Felsküste eingebundene Sandstrände. So geht es weiter bis an die Südwestspitze (auch dort mit Dünen) sowie zu den vorgelagerten Inseln San Pietro und Sant’Antioco. Auf San Pietro das wohl im Südwesten einzige „pittoreske“ Touristenörtchen Carloforte.

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Tourismus an der Westküste

Der ganze Tourismus ist hier im Südwesten ebenfalls vorhanden und wachsend, aber eben ruhiger und wilder und nicht so gepflegt wie andernorts. Hier sind alte Bergbau- und Gewerberuinen am Strand und im Hinterland vorzufinden. Trotzdem oder gerade deswegen ist die Region auch sehenswert. Immer mal wieder auch überraschend grün bewachsene Hügel an der Südwestseite – das ist sehr schön.

Fazit: Im Westen Sardiniens gibt es sicher nicht den „Herzeigetourismus“  und Baden kann windabhängig sein, aber gerade durch die relative Abgeschiedenheit und Wildheit ist dieser Küstenstrich besonders lohnend für alle Ruhesuchenden, Naturliebenden, in die Einsamkeit verliebten. Auch wenn die Küstendörfchen meist „nüchtern“ gestaltet sind. Die schönen Dörfer liegen in den Hügeln und im Hinterland, denn die Küsten waren seit jeher bedrohlich. Vom Meer kamen Jahrtausende lang die Eroberer.

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Erst in den 60er Jahren begann eine Ferienhausbebauung der Küstenstreifen.

Für den Eigenbedarf, vielleicht für die erweiterte Familie wird erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts die Küste bebaut. Ohne große Komfortansprüche und einfach in der Bauweise. Es ist – trotz langsam wachsendem Tourismus – immer noch ein strukturschwaches Gebiet, der Südwesten Sardiniens. Weniger direkt bei Oristano (Infrastruktur und Landwirtschaft), aber im südlichen Westen gibt es enorme wirtschaftliche Probleme. Die Städte und Dörfchen sind oft zu Mussolinis Zeiten entstanden, als der Bergbau seine Hochphase hatte. So ist auch Carbonia („Kohlestadt“ wie der Name schon sagt)  auf dem Reißbrett entstanden. Heute herrscht hohe Arbeitslosigkeit zumal auch das Aluminiumwerk Alcoa schließt. Also das ist wirtschaftlich ein Krisengebiet, das darf man nicht vergessen (aber völlig ungefährlich – sehr nette Menschen).

Die wilde Westküste ist auf jeden Fall einen Besuch und mehr noch, einen Urlaub wert! Nicht nur wegen der wunderbaren Sonnenuntergänge 😉

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