Sardisches Hirtenessen auf Sardinien mit o-solemio:

Hirtenessen: Essen wie die Schäfer. Wäre das nicht schön, wenn man die traditionelle Sardische Küche direkt bei einem Schäfer kennen lernen könnte?
Wir können Ihnen dieses Vergnügen ermöglichen.
Sie haben die Möglichkeit, an einem Mehrgängemenü bei einer Sardischen Schäferfamilie zu Hause teilzunehmen!

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Das wichtigste vorweg: Es gibt das ganze Jahr die Möglichkeit, auf Voranmeldung an einem dieser wunderbaren Hirtenessen teilzuhaben. Wenn Sie im Raum Bosa unterwegs sind, nutzen Sie diese Chance, ein Stück echtes Sardinien zu einem sehr moderaten Preis kennen zu lernen! Platz ist für bis zu 35 Personen. Im Sommer draußen am großen Tisch, in der Nebensaison im gemütlichen Wohnzimmer der Familie. Hirtenessen finden ab 4 Personen nach Absprache und Verfügung statt. Sie können außerdem einen Termin vereinbaren, um zu lernen wie man Seadas und Ravioli herstellt. Oder wie der Pecorino entsteht und der köstliche Ricotta. Auch dieser wird von der Familie selbst produziert. Eine Weinprobe ist ebenfalls möglich!

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Das Hirtenessen

besteht aus
Vorspeisen: Hausgemachte Salami, dünn aufgeschnitten, dazu feine zarte Gemüse, gebacken und eingelegt, aus dem eigenen Garten
Primo Piatto: Ravioli mit Sauße
Secondo Piatto: maialetto, oder „porchetto“, „porceddu“, wie das junge Ferkel auf Sardinien heißt. Außerdem agnello arrosto, gegrillter Lammbraten, dazu Salat.
Nachtisch: Seadas mit Honig
Kaffee, Schnaps und Sardischen süßen Mirto Getränke: Begleitet wird das gesamte Essen von Wein und Wasser, bzw. Saft für die Kinder.

 

sole_trennlinie Ich möchte Ihnen vom unserem Essen erzählen, vom köstlichen Vielgängemenü, das die Hausherrin für uns zauberte, bei einem meiner Besuche. Alles beginnt in gemütlicher Runde mit unterschiedlichsten Menschen. Man schaut, wer noch so da ist, beschnuppert sich. Man schaut sich um, vielleicht auch auf dem Hof, streichelt Hund oder Katze, plaudert. Dann beginnt das Schlemmermahl:

Die Vorspeisen, Antipasti:

Hirtenessen im Agriturismo Nautilus Hirtenessen Nautilus Hirtenessen im Bauernhof Nautilus Hirtenessen im Bauernhof Nautilus , Vorspeisen

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Traditionell beginnt ein Sardisches Menü mit mariniertem eingelegtem Gemüse. An diesem Abend gab es marinierte Pilze, Paprika und Augerginen „sott’olio“ also in Öl eingelegt, dazu eine Platte mit hauchdünn geschnittenem Speck (lardo, pancetta affumicata). Erklärung siehe unten.
Auch wenn Sie vielleicht in Deutschland keinen „fetten Speck“ mögen, probieren Sie ein Stück von dieser Sardischen Köstlichkeit! Es ist ein wirkliches Gaumenerlebnis, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten!
Den Teller teilt sich diese Köstlichkeit mit der dünn geschnittenen herrlichen Salami, die – wie alle anderen Zutaten dieses Hirtenessens, auf dem eigenen Hof oder auf dem Hof von Freunden in der Nähe, produziert oder angebaut wurden.

Auf dem Tisch stand außerdem eine Platte mit dem eigenen Pecorino, sardischem Schafskäse. Dazu gibt es natürlich Brot in verschiedener Form, u.a. Sardinien, Pane CarasauPane Carasau, Erklärung siehe unten.
Das gesamte Essen wird begleitet von Rotem Sardischen Wein, der leicht, fruchtig aber nicht süß, angenehm rund und weich ist. Ach halt… natürlich wird das Essen eröffnet mit einem kleinen Glas Malvasia di Bosa, einem hellen Dessertwein, einer Sardischen Spezialität, deren beste Trauben in der Gegend rund um Bosa gedeihen, Erklärung siehe unten.

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Der erste Gang, primo piatto: Pasta

Ravioli mit Tomatensauce Gnocchi Sardi Ravioli mit Tomatensugo

 

sole_trennliniePasta… Nudeln, in diesem Falle Ravioli. Aber was für Ravioli!

Ach, könnte ich JETZT einen Teller davon genießen… sie waren so köstlich, wie ich noch selten Ravioli aß. Natürlich ist auch die Pasta selbst gemacht – die Füllung aus Ricotta ebenso wie der Nudelteig, wieder eine Gemeinschaftsproduktion der beiden Bauern. Der Ricotta wird vom Schäfer hergestellt, der Pastateig von seiner Frau. Die beiden arbeiten stets Hand in Hand, das ist zu spüren, an der herzlichen Atmosphäre am Abend in dieser netten Runde und macht das Essen und die Gesellschaft zu einem noch größeren Vergnügen.

Zurück also zu unseren Tellern,

zu den Menschen, die sich im Wohnzimmer der Schäferfamilie versammelt haben und seit einiger Zeit genüsslich schwelgen. Nun haben wir alle auf unseren Tellern die köstlichen Ravioli in einer herrlichen Tomatensauce (Sugo di Pomodori) und, wüsste ich nicht genau, das ein weiterer Gang folgt, ich füllte mir den Teller erneut mit dem köstlichen Nudelgericht – es wäre noch genügend da. Die Hausherrin liebt es, wenn alle Gäste satt und zufrieden sind, die Portionen sind stets mehr als reichlich bemessen. Doch dankend lehne ich ab, als mir erneut eine Portion angeboten wird, denn ich weiß, nun folgt der Fleischgang.

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Der zweite Gang, secondo Piatto beim Hirtenessen: das Fleischgericht

Lammbraten Hirtenessen im Agriturismo Nautilus Das wirkliche Hirtenessen

 

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An diesem Abend gab es Lamm, es gibt auch junges Schwein, manchmal beides –  das hängt etwas von Angebot und Jahreszeit ab. Ich war glücklich, in den Genuss dieses herrlichen Lamm-Gerichtes zu kommen: Lammbraten aus dem Ofen, Agnello al forno. So knusprig die Haut, so zart das Fleisch…. mmmh, ein wahre Köstlichkeit. Mir läuft noch im Nachhinein das Wasser im Munde zusammen! Dazu einen grünen Salat, angemacht mit etwas Öl und Salz, natürlich frisch aus dem eigenen Garten geerntet und wie alle anderen Produkte aus biologischem Anbau und noch einmal den würzigen Pecorino der Familie und natürlich Brot, dazu Wein und Wasser.
Einfache, köstliche Gerichte, so lecker, weil die Zutaten gut und frisch sind, die Tiere auf Weiden voller Kräuter aufwachsen, in frischer Luft und unter optimalen Bedingungen und die Köchin ihr Handwerk versteht.

Die Mägen sind inzwischen sehr gut gefüllt, alle Gäste der Tafelrunde lehnen dankend eine weitere Portion ab, mit glücklicher zufriedener Miene, doch etwas fehlt noch. Ein Nachtisch, denn etwas Süßes findet immer noch ein Plätzchen im gut gefüllten Bauch.

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Zu einem guten italienischen wie Sardischen Menü gehört der

Nachtisch, das Dessert, die Dolci:

Hirtenessen im Agriturismo Nautilus Hirtenessen im Agriturismo Nautilus Hirtenessen im Agriturismo Nautilus Hirtenessen im Agriturismo Nautilus

 

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Ich habe an diesem Abend besonderes Glück, denn es gibt meinen allerliebsten Nachtisch, den ich bei jedem Sardinien Besuch mindestens einmal essen muss – eine durch und durch Sardische Spezialität! Die Hausherrin reicht mit einem speziell zubereiteten, fermentierten jungen Pecorino gefüllte Teigtaschen, die in Öl ausgebacken und mit Sardischem Honig übergossen (oder mit Zucker überstreut) eine köstliche Nachspeise darstellen: die Seadas!

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Zum guten Essen gehört ein guter Abschluss

So ein Hirtenessen ist ein unkomplizierter, fröhlicher Abend. Ein hervorragendes Menü, eine nette Tischrunde, aufmerksame Gastgeber. Ich begebe mich glücklich und zufrieden in mein Bett gleich nebenan. Stop, natürlich nicht, bevor wir noch diverse Schnäpse und Liköre probiert haben ;-). Wir probieren Mirto und einen Filu-Ferru, … die gehören natürlich ebenso zu einem guten Sardischen Essen.

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Das wirkliche Hirtenessen

Am nächsten Morgen beim Frühstück in der Küche, lädt mich die Hausherrin dazu ein, das wirkliche Essen der Sardischen Hirten, der sardischen Pastore, mit ihnen zu teilen und ich sage gerne zu, am nächsten Mittag zum klassischen Hirtenessen vorbeizukommen. Es ist einfacher von den Zutaten und ein gutes Beispiel dafür, das in der Sardischen Küche wirklich alles verwertet wird, was ein Tier zu geben hat. Es gibt wieder Schaf, doch diesmal nicht das junge Lamm, sondern ein ausgewachsenes Tier, bzw. einen Teil davon.

Schafe werden über 10 Jahre alt.

Doch irgendwann kommt der Tag, wo sie keine Lämmer mehr gebären und in der Landwirtschaftlichen Produktion keinen Raum mehr haben. Das Fleisch ist dann nicht mehr so zart wie bei einem jungen Tier, doch die traditionelle Zubereitung macht auch dieses Fleisch zu einem wirklichen Genuss. Fleisch ist kostbar und die sardische Küche hat Rezepte für jedes Teil, für Kopf und Innereien genauso wie für Tiere, die alt geworden sind.

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Das einfache Essen der Schafhirten, der sardischen Pastore:

Hirtenessen im Agriturismo Nautilus Hirtenessen im Agriturismo Nautilus P1230542Hirtenessen im Agriturismo Nautilus

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Schon morgens wird der große Suppentopf auf den Gasbrenner gestellt und das Fleisch wird über mehrere Stunden gekocht. Zuerst nur in Wasser, später werden Gewürze, Lorbeer und Salz hinzugefügt. Dann auch Gemüse wie Möhren und Zwiebeln und alles zusammen wird in der Brühe weiter gegart. Dann wird das Fleisch aus der Brühe genommen, ein Teil der Brühe kommt auf den Herd, im restlichen werden die Kartoffeln gekocht. Auf dem Herd wird ein ganz spezielles Brot der Brühe zugefügt, das extra für die Verwendung in Suppen hergestellt wird. Es ist steinhart und wird in der Brühe mitgekocht bis die Suppe eine bestimmte Konsistenz hat. Dann wird noch geriebener Pecorino hinzugefügt und nochmals unter rühren aufgekocht.

Es entsteht eine dicke Suppe, die vor dem Fleischgericht gegessen wird. Lecker und reichhaltig! Es folgt das Fleisch, auf einer Platte angerichtet, das Fleisch hat einen köstlichen Geschmack, ist zart und aromatisch. Dazu natürlich Salat und Brot und Käse und … . Die Hirten auf Sardinien essen gut!

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Ja, man merkt es sicher, ich war sehr begeistert von den Aufenthalten bei dieser gastfreundlichen, Sardischen Familie und durfte bereits dreimal mit zu Tisch sitzen. Ein Besuch bei den Hirten von Bosa ist für mich jedesmal ein großes Vergnügen – und gehört für mich bei  jeder Reise an die Westküste dazu.

Anmeldung zum Hirtenessen:

Wenn Sie dabei sein möchten, bei einer dieser netten Runden, wo es um eines der wichtigsten und schönsten Dinge des Lebens geht, dem guten Essen, melden Sie sich gerne an. Sagen Sie uns schon bei der Buchung Ihres Urlaubs Bescheid, dass Sie diese besondere Gelegenheit nutzen möchten, oder melden Sie sich vor Ort an. Ich gebe Ihnen gerne die Nummer einer deutschen Nachbarin der Hirten, die dort die Termine koordiniert. Wenn Sie etwas italienisch sprechen, können Sie sich auch während des ersten Hirtenessens für ein weiteres Folgeessen anmelden, dann vielleicht zum echten Hirtenessen ;-).

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Der Bauernhof Nautilus:

kein heringWenn ich auf meiner Lieblingsinsel unterwegs bin, um schöne Ferienunterkünfte für o-solemio zu finden oder Vermieter zu besuchen, ergeben sich sehr oft Kontakte durch zufällige Begegnungen. So lernte ich also vor vielen Jahren die herzliche Schäferfamilie kennen und den Bauernhof im Hinterland von Bosa. Ich verbrachte zwei ganz besondere, wundervolle Tage auf dem Bauernhof. Während der Nächte schlief ich tief und fest in der hübschen Ferienwohnung Nautilus. Dazu genoss ich das weite Sternenfirmament des Nachts auf der kleinen Terrasse vor der Tür, ließ meinen Blick weit über die Hochebenen hinter Tresnuraghes schweifen, über einen Himmelsbogen mit Millionen von Sternen, in absoluter, beruhigender Stille. Wundervoll.

Lämmchen auf dem Bauernhof NautilusDie Schafherde der Hirtenfamilie umfasst ca. 200 Tiere, auf Weiden in der Nähe. Ferner leben auf dem Bauernhof einige Schweine im Stall, diverse Hühner, dazu Pferd, Katzen und ein paar Hunde – zwei kleine verschmuste Pintscher und die großen Sardischen Schäferhunde, die mit den Schafen auf der Weide leben. Der Gemüsegarten mit leckerem Gemüse aus biologischem Anbau, dazu selbst gepflasterte Steinwälle und schön angelegte Blumenbeete, liebevoll mit Versteinerungen dekoriert, und die schöne Ferienwohnung. Die hübsche, sehr gepflegte Ferienwohnung finden Sie auf meiner Homepage. Ich gab ihr den Namen Nautilus, da die beiden Bauern so begeisterte und erfolgreiche Fossiliensammler sind. Sie sammeln und tauschen Fossilien aus aller Welt, besitzen eine große und entsprechend interessante Sammlung! Interessierte Fossilien Liebhaber sind folglich herzlich willkommen!

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Das gesamte Hirtenessen besteht aus regionalen Produkten. Die befreundeten Bauern tauschen dazu untereinander die Produkte, wie das schon zu Urzeiten gemacht wurde. Einen Supermarkt besucht diese Familien also nur selten.

Erklärung der Begriffe, kleine Warenkunde:

  • Pane carasau, carasatu, carasadu, crasau: Pane Carasau ist ein typisch sardisches Brot. Es wird aus fein gemahlenem Hartweizen, Wasser, Hefe sowie Salz extrem dünn und kross gebacken. Das knusperdünne Sardische Brot aus der Hirtentradition hält sich wochenlang frisch, weil es kein Wasser mehr enthält. Die Schäfer hatten es früher im Gepäck, wenn sie wochenlang mit ihren Schafen unterwegs waren.
  • Lardo, pancetta affumicata, hauchdünn geschnittener Speck: Italienischer Speck ist von einer besonderen Weichheit und Zartheit, die den Speck auf der Zunge zergehen lässt. Pfeffer, Rosmarin und Zimt sind die wichtigsten Zutaten, die den Geschmack dabei merklich unterstützen.
  • Pecorino, sardischer Schafskäse, aus der Milch der eigenen Schafe. Er hat ferner schon ein würziges Reifestadium erreicht. Mehr über die Herstellung von Pecorino.
  • Malvasia di Bosa, ein heller Dessertwein, eine Sardischen Spezialität, deren beste Trauben in der Gegend rund um Bosa gedeihen. Malvasia di Bosa, ein süßer DOC-Weißwein stammt aus den Bergen der Planargia. Aus den Gemeinden Magodamas, Modolo und Tresuraghes sowie drei Orte in den Provinzen Nuoro und Oristano, südlich der Stadt Bosa. Er gilt dazu als der gefragteste unter den vielen italienischen Malvasia-Weinen.
  • Mirto: Den Sardischen Likör, den man auf der ganzen Insel nach dem Essen trinkt, gibt es in zwei Varianten: Rosso, den roten Mirto, ein süßer Likör aus den Beeren der Myrte hergestellt und den Mirto Bianco, weißen Mirto, der dadurch weniger süß ist und aus Blättern und Blüten der Myrte hergestellt wird.
  • Der filu ‚e ferru oder fil ‚e ferru, im italienischen auch Acquavite di Sardegna genannt, ist ein starker, dazu meist klarer Schnaps, sardischer Herkunft. Der Name bedeutet wörtlich übersetzt also „Eisendraht“. Der Name geht auf die dabei früher genutzte Methode zurück, unerlaubt gebrannte Spirituosen im Garten zu vergraben. Um die Flaschen wieder zu finden, wurde daher daran ein Stück Eisendraht befestigt, das an der Oberfläche sichtbar blieb. Die Spirituose wird aus Traubentrester der besten sardischen Trauben gebrannt. Sie hat dabei mehr als 40 Vol%, manchmal viel mehr.
  • Seadas oder Sebadas, dazu manchmal Sevadas genannt. Ein Muss! Zumindest einmal probieren sollten Sie diese Köstlichkeit, wenn Sie auf der Insel Sardinien sind! Es gibt sie original nirgends sonst! Nutzen Sie die Gelegenheit, diese süße aber nicht zu süße besondere Delikatesse zu probieren!
  • Ricotta – der ri-cotta also noch einmal gekochte, wird aus der Molke von Schafsmilch hergestellt. Wer sich für die genaue Herstellung interessiert, dem sei dieser Artikel bei den Küchengöttern empfohlen: Warenkunde Ricotta.