Weihnachten in der Toskana

Befana.jpgWeihnachten wird in der Toskana, insbesondere in den ländlichen Regionen sehr ruhig und besinnlich begangen. Den Heiligen Abend, wie man ihn in Deutschland begeht, kennt man in der Tradition der Toskana nicht. Das Weihnachtsfest wird am 25. Dezember mit einem Mittagessen eröffnet. Hier kommt die ganze Familie zusammen: Großeltern, Eltern, Ehepartner Kinder, Tanten, Neffen, Nichten, Cousins und Cousinen. Da kann es leicht sein, daß mehr als 30 Personen an der Tafel sitzen. Das Mahl besteht aus bis zu 5 Gängen und zieht sich über mehrere Stunden hin. Ein traditionelles Hauptgericht ist “Tacchino Ripieno” (gefüllter Truthahn). Am Anschluß an das große Gelage reicht man sich kleine Geschenke, man lacht, tanzt und singt. In den meisten Familien gibt es keinen Weihnachtsbaum, denn er ist nicht Bestandteil der Tradition. Die großen Geschenke für Kinder gibt es oft erst am 6. Januar, die von der häßlichen, aber lieben Hexe Befana gebracht werden.

Foto: Die Hexe Befana. Am 6. Januar bringt sie den braven Kindern reichlich Geschenke, unartigen Kindern hingegen, bringt sie Kohle. Das Foto ist eine freundliche Leihgabe von Daniele Muscetta (www.flickr.com)

Nachfolgend das Rezept des traditionellen Tacchino Ripieno

1 junge Truthenne von ca. 3 kg
Leber des Tieres
100 gramm mageres Kalbfleisch
100 gramm Schweinefleisch
100 gramm frischer Speck
(Man kann an Stelle von  Kalb-, Schweinefleisch und Speck
300 gramm frische toskanische oder ähnliche Würste nehmen)
600 gramm gekochte und geschälte Kastanien, grob gehackt
1 Zwiebel
Butter
1 Glas trockener Marsala oder Cognac

Man haschiert das Fleisch, den Speck und die Leber und lässt sie mit der angeschwitzten Zwiebel in Butter rösten, salzt und pfeffert. Dann mengt man die gehackten, gekochten Kastanien dazu und lässt im Marsala, oder Cognac einen halben Tag marinieren.
Dann füllt man das Innere des Truthahns (am Vortag) mit dieser Mischung, näht die Bauchöffnung gut zu und bestreicht die Haut an der Brust an den Beinen und etwas an den Flügel mit geschmolzener Butter und verpackt das Tier ganz dicht mit Alu-Folie.
Am Weihnachtstag um 8 Uhr früh wird der Ofen vorgeheizt auf ca. 200 Grad, wenn die Temperatur erreicht ist, gibt man den Truthahn gut verpackt in den Ofen und lässt ihn nun ca. 1 Stunde auf dem Rücken und dann eine Stunde, immer noch verpackt, auf dem Bauch braten.
Nach zwei Stunden macht man dann vorsichtig die Alufolie auf, wenn das Fleisch, vor allem an den Beinen durch ist und nur mehr ein durchsichtiger Saft vortritt, kann man die Folie entfernen und auf gewünschte Bräune backen, sonst wieder einpacken und noch etwas braten lassen.
Truthähne werden leicht trocken, deswegen ist es ratsam, während des Bratens hin und wieder ein bisschen Butter auf die Haut zu streichen.
Nach vollendeter Garung muss der Braten mindestens eine halbe Stunde ruhen.
Nur so kann man ihn dann gut schneiden und er ist wieder saftig.

Viel Spaß beim Kochen und ein fröhliches Weihnachtsfest an Euch alle.

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