Panettone – Kuchen aus Italien nicht nur zur Weihnachtszeit

Wie Stollen oder Klaben ist auch der Panettone ein geschmackvoller Früchtekuchen, der um die Weihnachtszeit gegessen wird. Er kommt ursprünglich aus Mailand und hat normalerweise die Form einer ca. 30 cm hohen Kuppel.

Die neuen Europäischen Nahrungsmittelverordnungen fordern ihren Tribut, weshalb die Zusammensetzung und der Geschmack zum ursprünglichen Panettone etwas verändert wurde. Die traditionelle Zubereitung verlangt einen nicht vollständig durchgebackenen Teig und gegorene trockene Früchte. Ursprünglich wurde als Triebmittel Weizensauerteig, heute zunehmend Bäckerhefe verwendet.

Eine Legende erzählt, dass der Küchengesellen Antonio die Spezialität durch Zufall kreierte: dem Koch war das Dessert für die Weihnachtsgesellschaft misslungen und Toni stellte aus Teigresten und Trockenfrüchten ein süßes Brot her. Das “Pane di Toni” (Brot von Toni) kam bei den Gästen so gut an, dass es seitdem zum Mailänder Weihnachtsessen gehört.

Andere Quellen besagen, dass der Eier reiche Hefekuchen in der Lombardei schon viel früher ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes war. So backte jede Familie am Weihnachtsabend drei große Brote (im Dialekt “panattun”). Mit einem Messer ritzte der Hausherr ein Kreuz als Segenszeichen in den ausgeformten Teig. Das frischgebackene Brot wurde anschließend im Kreise der Verwandtschaft verzehrt bis auf die letzte Scheibe, die traditionell zu Ehren des Heiligen Blasius bis zum 3. Februar aufbewahrt wird, auch heute noch. Um Schutz vor Halskrankheiten zu erbitten, isst man das letzte Stück vom Panettone erst an diesem Tag.

Nicht nur als Symbol für das Weihnachtsfest und die Familie ist das Früchtebrot in ganz Italien beliebt, sondern auch zur Sylvesterfeier wird der Panettone als Glücksbringer zusammen mit einem Glas Moscato Spumante gereicht.

Diverse Füllungen und Varianten des Panettone bieten heute etwas für jeden Geschmack. Wer keine Trockenfrüchte mag, kann das “Brot von Toni” auch in einer genuesischen Variante mit Pinienkernen und Marsala genießen.

Die bekanntesten Hersteller des Panettone sind Motta, Alemagna und Le Tre Marie.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Name Motta gleichbedeutend mit dem Begriff Panettone.

Inzwischen wird der Panettone fast das ganze Jahr hergestellt, was ich persönlich ein wenig bedauerlich finde. Ich mag die alten Bräuche und schätze es, wenn es Besonderes im Leben gibt- dazu gehört auch, dass es bestimmte Spezialitäten eben nur zu einer bestimmten Zeit gibt – wie eben den Panettone, den wir jedes Jahr um die Weihnachtszeit essen.
Ich konnte es nicht lassen, mir letzte Woche noch einen Panetone zuzulegen. Er stand da so einsam im Supermarkt, dass all meine guten Vorsätze sofort dahin waren.
Sven schreibt in seinem Blog auch etwas über Panetone. Ich sag nur “eine Million Kalorien” ;-)

2 Responses to “Panettone – Kuchen aus Italien nicht nur zur Weihnachtszeit”

  1. Sven Says:

    panettone ist einfach super legga…
    man kann den kuchen auch füllen…

    dazu nimmt man ein riesiges glas nutella, zwei becher mascarpone und kandierte Haselnüsse …

    das mischt und nascht man dann … und schmiert das ganze entweder in schichten auf den panettone — oder man serviert es in einer schale mit crissini … hmmmmm lecker und weightwatchers bekommt nen anfall :-)

  2. Panettone - oder EINE MILLION Kalorien! « Aneas Nemorosus Says:

    [...] Weitere Infons auch bei – “o sole mio” – Sigrid [...]

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